Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Kameradschaft
Eine Kommission der Berlin-Brandenburgischen Akademie tagt. Sie befasst sich mit dem Thema „Zitat und Paraphrase“. Auch der unaufmerksame Zeitgenosse ahnt, daß er hier einen Decknamen für ein Phänomen vor sich hat, das landläufig als Plagiat bezeichnet wird. Besser: keinen Decknamen, sondern einen wissenschaftlichen Titel, der es vermeidet, nach Sensation, Unterschleif, Lausbüberei, Charaktermangel, Häme usw. zu schmecken. Ich gehöre dieser Kommission an. Ungebeten, also ganz und gar freiwillig, habe mich hineingedrängt, als ich las „Zitat und Paraphrase“. Das roch nach einem Titel von Freund Markschies, einem Signal, das ich in irgendeiner akademischen Bekanntmachung aufschnappte, worauf ich den Leiter dieser Kommission, Christoph Markschies, anrief und fragte, ob er etwas dagegen hätte, wenn ich dazukäme.

Justinian mit seinen Beamten
Als Jurist vor Nichtjuristen über juristisches Denken zu reden ist Selbstfolterung. Vor sich sieht man die amüsiert-verständnislos-mitleidigen Gesichter des Publikums, hinter sich hört man das hämisch-kritische Gezischel der Kollegen über die Trivialisierungen,  Simplifizierungen und Plattitüden eines Möchtegern-Professionellen. Ich habe es immer wieder einmal versucht und war immer überrascht vom Ausmaß des Nichtgelingenwollens. Anbei ein vorerst letzter Versuch.



"Die Schule von Platon" von Raffael
Rainer Maria Kiesow


Rainer Kiesow ist aus dem Mops-block verschwunden. Hat sich nach Frankreich abgesetzt und tummelt sich jetzt dort unter den französischen Intellektuellen an der sattsam bekannten und zu Recht einigermaßen berühmten EHESS. Ganz freiwillig war diese Emigration nicht. Schließlich ist RMK Deutscher und hätte seine nicht gerade geringen Fähigkeiten gern der deutschen Universitätswelt zur Verfügung gestellt. Aber die meinte, sie könne es sich leisten, auf ihn zu verzichten und ihn den Franzosen, die rasch und mit Vergnügen zugegriffen haben, überlassen.