Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Wolfgang Schuler alias "Kardinal von Sao Paolo und Osnabrück"



Wolfgang Schuler alias "Kardinal von Sao Paolo und Osnabrück"
Freund Wolf Paul aus Frankfurt, Wahlbrasilianer, westfälisch unterkühlter Spötter, Feinst-Schmecker, Feinst-Trinker und Feinst-Raucher, Satiriker mit begründeten misanthropischen Anfällen, hat mir eine theologische Köpinickiade geschickt. Der Schuster Friedrich Wilhelm Vogt hat seinerzeit mit seiner Gaukelei den preußischen Untertanengeist decouvriert und die autoritäre Obrigkeit der Lächerlichkeit preisgegeben. Der falsche Bischof hatte offenbar weniger Appetit auf Ideologie als auf ein gutes Essen und ein warmes Bett. Aber notierungswürdig sind die Wunder, die man mit geweihten Röcken immer noch erzielen kann gleichwohl. Lies hier ...
Kameradschaft
Eine Kommission der Berlin-Brandenburgischen Akademie tagt. Sie befasst sich mit dem Thema „Zitat und Paraphrase“. Auch der unaufmerksame Zeitgenosse ahnt, daß er hier einen Decknamen für ein Phänomen vor sich hat, das landläufig als Plagiat bezeichnet wird. Besser: keinen Decknamen, sondern einen wissenschaftlichen Titel, der es vermeidet, nach Sensation, Unterschleif, Lausbüberei, Charaktermangel, Häme usw. zu schmecken. Ich gehöre dieser Kommission an. Ungebeten, also ganz und gar freiwillig, habe mich hineingedrängt, als ich las „Zitat und Paraphrase“. Das roch nach einem Titel von Freund Markschies, einem Signal, das ich in irgendeiner akademischen Bekanntmachung aufschnappte, worauf ich den Leiter dieser Kommission, Christoph Markschies, anrief und fragte, ob er etwas dagegen hätte, wenn ich dazukäme.

Justinian mit seinen Beamten
Als Jurist vor Nichtjuristen über juristisches Denken zu reden ist Selbstfolterung. Vor sich sieht man die amüsiert-verständnislos-mitleidigen Gesichter des Publikums, hinter sich hört man das hämisch-kritische Gezischel der Kollegen über die Trivialisierungen,  Simplifizierungen und Plattitüden eines Möchtegern-Professionellen. Ich habe es immer wieder einmal versucht und war immer überrascht vom Ausmaß des Nichtgelingenwollens. Anbei ein vorerst letzter Versuch.



"Die Schule von Platon" von Raffael