Der mops-block bietet Gelesenes, Gehörtes, Gesehenes aus Orten, an denen mit Recht oder vom Recht gehandelt wird: Universität, Theater, Akademie, Kino, Literatur, Gericht, Verwaltung, Presse, Parlament etc.
Notiert wird das Flüchtige am Rechts-Geschäft, Flurgeflüster, Kantinengespräche, Marginales, Banales, Nichtgrundsätzliches, Ein- und Zugefallenes - Tagebuch und Meinung der Blocker und ihrer Gäste.

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Ich bin oft eingeladen. Das ist schön. Ich lasse mich gern einladen. Vor allem zum Essen. Weil ich ein alter Professor bin, müssen sich die Gastgeber etwas überlegen. Sie können mich nicht einfach zum Türken oder Chinesen an der Ecke führen, es sei denn, dort gibt es zufällig einen sehr guten Türken oder sehr guten Chinesen. Sie müssen selbst kochen, kochen lassen oder etwas Gehobenes aussuchen.

Meine Assistentin Vera ist nicht zimperlich. Aber gelegentlich wird auch sie von irgerndeiner kleinen Widerwärtigkeit ins Bett geworfen. Dann schreibt sie gesellschaftskritische Noten und schickt sie mir, damit ich sie nicht allzusehr vermisse. Ausgerechnet zu Ostern muß ich statt mit ihr mit ihrem Text reden. Aber das Tagebuch profitiert.


Eingeladen in den Lions Club Berlin. Er hat einen weiblichen Zweig mit einer Freundin als Vorsitzender, die mir den Auftrag erteilt, an Wissenschaft interessierten Damen, die aber keine Wissenschaftlerinnen sind, etwas über Wissenschaft zu erzählen, was jeder versteht und das doch nicht langweilig ist. Ich habe mich angestrengt. Das Ergebnis ist hier zu besichtigen


Theo-Ulrich Ludwig von Eichenbach, der Anonymus mit der zuckersüssen und nur leicht giftigen Suada könnte verstorben sein. Es finden sich Andeutungen von letaler Migräne, Ess- und Verdauungsstörungen (mit entsprechenden Gegenphantasien: siehe Sahnetorte!). Vor einiger Zeit hat er mir eine, wie er versicherte, letzte Erweiterung und Verbesserung seiner Karl Theodor-Studien geschickt. Ich habe sie auf Eis gelegt, weil ich seiner Schlußstrichbeteuerung keinen rechten (linken?) Glauben schenkte und befürchtete einem Karl Theodor-Bandwurm ausgesetzt zu werden, der mir mein Tagebuch ruiniert und zudem - da er Lektüre verlangt, zunehmend Langeweile verbreitet. Aber er hat sich nicht mehr gerührt, so daß ich meinerseits gerührt ob dieser unschicklichen Verdächtigung eines doch nicht unverdienten Mannes sein politisches Testament doch las und es jetzt unverzüglich als - wenn auch nicht im Mommsenschen Format - beherzigenswert publik mache.